Samstag, 23. August 2008

Gjöa Haven

Am 20.08.08 kreuzten wir im "Prince Regent Inlet". Am frühen Morgen kam eine Durchsage, sogar für die Crew "Eisbären voraus, es wurden Polarbären gesichtet, bitte kommen Sie an Deck".
Fast alle unserer 140 Passagiere und auch einige von der Crew eilten auf die Back oder unsere Aussendecks um diese zu erblicken. Und es war wirklich ein gigantisches Schauspiel in der Morgensonne, es war leider sehr kalt wir hatten Temperaturen von knapp über 0 Grad Celsius, das weiss man in Deutschland gerade wahrscheinlich garnicht mehr wie kalt das ist, bei eurer Hitzewelle. Vor uns schwammen in einiger Entfernung zwei Eisbären an die wir mit langsamer Fahrt heranfuhren um sie nicht zu erschrecken. Ab und zu steigen die beiden stattlichen Bären auf Eisschollen, schauen neugierig auf das sich annähernde Ungetüm, stellen sich schuppernd auf die Hinterbeine und trollen sich, springen zurück in die Fluten. Jetzt konnte man sehen, dass es sich um ein größeres Muttertier und ihr diesjähriges Junges handelte; beide sahen gut genährt aus, und in diesem Packeisbereich gibt es auch genügend von ihrer Lieblingsnahrung, den Ringelrobben, Bartrobben und anderen Robbenarten. Wir sahen vor ein paar Tagen auch eine dicke Robbe, das ist natürlich gefundenes Fressen für die Bären.


Leider gibt es gerade kein Eis mehr auf unserer Wegstrecke, so dass wir auch keine Eisbären mehr sehen können, aber gestern morgen hatten wir nochmals das Glück, dass wir ein Weibchen mit ihren zwei Jungen gesehen haben.

Das wars erstmal zu den Bären, ich schicke dann bald noch einen Reisebericht, ich bin gerade eher schreibfaul und gehe jetzt Zodiakfahren in der Sonne, aber leider ist es sehr kalt.

Yvonne

Montag, 18. August 2008

Grönland

Wir sind heute unseren letzten Tag in Grönland und morgen geht es dann in die Nord-West Passage und dann nach Kamtschatka und Japan.
Gestern und heute hatten wir ziemlich stürmisches Wetter und einen ziemlichen Wellengang, aber trotzdem sind die meisten Leute an Land gegangen. Ich bin gestern nicht an Land gegangen sondern nur Zodiak gefahren. Das war schon ganz schön anstrengend, aber hat trotzdem Spass gemacht, aber ohne Wellen ist es doch besser. Jetzt hat sich der Wind etwas gelegt und wir liegen an der Pier von Upernavik, einer Siedlung mit 2500 Menschen und vielen bunten Häsern, wie immer in Grönland. Ich werde nachher noch mit Christine rausgehen.

Hier gibt es ansonsten nicht viel zu berichten, alles beim Alten. Diese Reise geht ja 3 1/2 Wochen. Ich hoffe das Wetter macht mit und wir kommen oft raus, sonst kann es ganz schön ätzend werden. Und die Gäste werden dann auch immer etwas ungemütlich, das möchte man ja auch nicht.

Vorgestern hatten wir noch einen medizinischen Notfall, der sofort ins Krankenhaus musste, mit Schlaganfall oder TIA, ein Passagier der bis Januar mit seiner Frau bleiben wollte. Aber evt. kann er ja auch zurückkommen, er wollte unbedingt die Nord-West Passage mitmachen. Das ist ihm jetzt leider nicht vergönnt, aber besser dass es jetzt passiert ist, wir haben in den nächsten Tagen nicht viele Orte, geschweige denn ein Krankenhaus. Wenn auf dieser Reise was passiert muss man sehr grosse Umwege fahren und das kann dauern. Dem Patienten ging es zwar schnell wieder besser, aber das kann ja auch schnell wieder anderst aussehen. Auf jeden Fall war an diesem Mittag mal was los, auch wenn man sowas nicht so oft braucht.

Bis bald, Yvonne

Montag, 11. August 2008

Greenland

8. August Uummanaq (Grönland)

Bei strahlendem Sonnenschein machte ich eine Wanderung mit unseren Passagieren zum Haus des Weihnachtsmannes, aber er war leider nicht da. Aber ich hoffe, dass er trotzdem meine Wünsche erfüllt, ich habe ihm zumindest mal einen Wunschzettel da gelassen, vielleicht kommt er ja vor Weihnachten nochmal vorbei. Es war ein sehr schöner Spaziergang über Stock und Stein, aber für einige Passagiere war es doch sehr beschwerlich, so dass wir nur sehr langsam vorankamen, aber es war trotzdem sehr schön. Man konnte endlich mal wieder ein paar Meter an der frischen Luft laufen, das geht ja sonst eher nicht so oft. Danach habe ich mir im Dorf noch ein Softeis gegönnt und saß dann noch ein wenig in der Sonne, bevor ich dann leider wieder los musste. Wir haben einfach immer zu wenig Zeit.

9. August Ilulissat (Grönland)

Heute heißt es wieder früh aufstehen, wir hatten schon um 7.00 Uhr Sprechstunde aber es kam mal wieder niemand. Aber egal, dann steht man wenigstens früh auf. Ilulissat ist die drittgrößte Stadt Grönlands mit ca. 4500 Einwohnern und sie liegt direkt an der Disko Bucht. Sie wurde zwei Kilometer nördlich von Sermermiut, der mit 250 Einwohnern damals größten Inuit-Siedlung Grönlands gegründet. 1741 errichtete Jacob Severin die erste Niederlassung. Bekanntester Einwohner Ilulissats war Polarforscher Knud Rasmussen, der in vielen Expeditionen die Arktis erkundete und für den Zusammenhalt und ein neues Selbstbewusstsein der Inuit eintrat.

Der nach der benachbarten Stadt Ilulissat benannte Eisfjörd liegt 250 Kilometer nördlich des Polarkreises an der grönländischen Westküste. Er erstreckt sich über 40 Kilometer Länge und ist 7 Kilometer breit. An seinem landseitigen Ende befindet sich der Gletscher Sermeq Kujalleq, einer der aktivsten Gletscher der Erde. Seine Fließgeschwindigkeit beträgt rund 20 Meter pro Tag, was jährlich eine Eismenge von 35 Kubikkilometern bedeutet.

Bedingt durch die rege Gletscheraktivität ist der Fjörd vollständig mit Eis und Eisbergen gefüllt. Das sogenannte "Kalben" des Gletschers ereignet sich zumeist während des Sommers. Dabei lösen sich riesige Eisberge mit einer Größe von bis zu 700 Metern (10 bis 12 Prozent davon über Wasser) von der Gletscherkante. Zum Erreichen des meerseitigen Ende des Fjördes benötigen die Eisberge rund 12 bis 15 Monate. Am meerseitigen Ende befindet sich 200 bis 225 Meter unterhalbt des Meeresspiegels eine Moränenablagerung, an der die größeren Eisberge unter Wasser hängen bleiben. Dies ist die Ursache für deine Ansammlung riesiger Eisberge an dieser Stelle.

Aufgrund seiner gewaltigen Ausmaße und seiner großen Bedeutung für die Gletscherforschung wurde der Ilulissat--Eisfjörd 2004 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Fjörd und Gletscher haben dank ihrer guten Erreichbarkeit viel zur Erforschung des Aufbaus der grönländischen Eisschildes, des Klimawandels und verwandter geomorphologischer Prozesse beigetragen.

Wir haben mittags eine Wanderung durch den Fjörd gemacht und hatten dann Abends noch eine Zodiakrundfahrt durch die Eisberge, es war ein einmaliges Erlebnis. Mitten in der Nacht bie strahlendem Sonnenschein durch die Eisberge zu fahren.

10. August Qeqertarsuaq (Grönland)

Qeqertasuaq (dänisch Godhavn) ist eine Kommune und zugleich der Name der Hauptsiedlung mit ca. 1000 Einwohnern. Die Siedlung gehört zum Verwaltungsbezirk Kitaa. Der Ort Qeqertarsuaq leigt auf dem südlichen Teil der Disko Insel. Der Name bedeutet "große Insel" Tatsächlich handelt es sich um die größte Insel an der grönländischen Küste. Er wurde 1773 von dem Walfänger Svend Sandgreen gegründet. Der Ort ist von einer einzigartigen Landschaft aus Tafelbergen mit Basaltbänken umgeben. Es gab ein interessantes Museum mit einer einzigartigen Sammlung von Masken aus aller Welt, das erwartet man in einem solchen kleinen Ort garnicht.

11. August Sisimiut (Grönland)

Heute waren wir nochmals in Sisimiut und ich war mittags mit ein paar Kollegen beim Thai essen. Es war phantastisch, mal was anderes wie an Bord. Denn unser Crew Koch ist wirklich nicht der beste, er hat wohl auch nicht Koch gelernt, sondern wohl Mechaniker. Wen wundert es dann, dass er nicht wirklich kochen kann. Daher muss man jede Gelegenheit ausnutzen an Land zu Essen.

Und nun sind wir auf der Fahrt nach Kangerlussuaq, wo wir morgen die neuen Passagiere an Bord nehmen um dann mit ihnen durch die Nord-West Passage zu fahren. In den nächsten 3 Wochen werden wir dann auch nicht immer E-Mail Kontakt haben, aber die meiste Zeit wohl doch. Aber ich lasse mich mal überraschen.

Bis ganz bald, Yvonne

Mittwoch, 6. August 2008

Kurzer Bericht von der Bremen

Schönen guten Morgen,

die Behörden sind in Cape Dorset (von den Inuit Kinngait, hohe Berge, gennannt) doch nicht gekommen, da das Wetter zu schlecht zum fliegen war. Da waren wir alle froh, denn so konnten wir früher an Land gehen. Ich bin dann mit dem Zodiak zur Insel, Mallikjuag, gefahren, wir mussen im Konvoi fahren, da es einen ziemlichen Nebel hatte und nur der Chiefmate ein GPS bei sich hatte. Aber es hat alles super geklappt. Danach sind wir dann noch zu der Siedlung gefahren, sie hat rund 1.300 Einwohner, und liegt am Südwestzipfel von Baffin Island. Sie genießt internationale Berühmtheit als "Künstlerdorf in der Arktis". Die Inuit Künstler dieser Region haben sich in der West Baffin Eskimo Cooperative zusammengeschlossen und sie kümmern sich um den Verkauf der geschnitzten Figuren, Lithografien und Drucke. Wir konnten auch einigen Künstlern bei der Arbeit zusehen. Zwei ältere Damen führten auch noch für uns den berühmten Kehlkopfgesang auf, ich weiß nicht genau wie er sonst noch heißt, aber es war sehr interessant das mitzuerleben. In der Siedlung gibt es auch sehr viele Kinder, die natürlich alle an den Strand kamen und mit unserem Zodiak mitfahren wollten, Carsten fuhr dann auch noch eine Tour mit ihnen, worüber sie sich sehr gefreut hatten. Der Nebel lichtete sich dann doch noch ein wenig, aber ohne GPS hätten wir unser Schiff trotzdem nicht finden können. Es war trotz des etwas schlechten Wetters noch ein sehr schöner Tag.

Am nächsten Morgen half ich noch Kerstin in der Küche die Marzipanfiguren zu formen, da bei mir gerade eher wenig zu tun ist, da dachte ich, ich mache mal was sinnvolles und helfe in der Küche. Das macht mir ja auch immer Spass und so ging der Morgen doch noch sehr schnell vorbei, mit Marzipanmännern und Mäusen.

Abends ging es dann weiter nach Diane Island / Quebec wo wir dann am nächsten Mittag angekommen sind.
Die Insel liegt an der Hudson Straße, im äußersten Norden der kanadischen Provinz Quebes. Es ist ein reiner Naturstop, wir sind an einem Naturkieselsteinstrand angelandet und von da aus konnten wir einen kleinen Spaziergang in die Tundralandschaft machen. Einige Passagiere haben auch Moschusochsen gesehen, ich aber leider nicht. Auf einem Berg gab es zwei aufgetürmte Steinpyramiden auf einer kleinen Anhöhe, das waren wahrscheinlich Wegweiser für die Inuit. Außerdem befanden sich Reste einer 1000 jährigen Inuit-Siedlung auf der Insel, diese waren aber nur relativ schwer zu erkennen. Nur eine Ruine, die wahrscheinlich mal ein Lagerhaus war konnte man noch ganz gut erkennen. Aber wir hatten an diesem Tag traumhaftes Wetter, so dass ich es genoss, mal wieder ein paar Schritte in der Natur zu laufen und mich dann noch etwas in die Sonne zu setzten um mich mit Gudrun (einer Lektorin) zu unterhalten, leider nutzten die Gäste nicht die gesamte Zeit aus, so dass wir 30 min früher zum Schiff mussten. Das Wasser ging auch zurück, so dass der Abtransport mit den Zodiaks sich etwas schwieriger gestaltete, aber es hat trotzdem noch alles gut geklappt. Es war ein toller Tag.

Hier kommt noch etwas Geschichte:

Durch zahlreiche archäologische Funde und sprachlich Gemeinsamkeiten lässt sich vermuten, dass die Eskimo aus Sibirien über die Beringstraße in den arktischen Teil Nordamerikas wanderten. Die ältesten archäologischen Fundstätten liegen im Südewesten Alaskas sowie den Aleuten. Sie stammen aus der Zeit um 2000 v. Chr. Im 2. Jahrtausend v. Chr., anschließend hatten siech hoch entwickelte Eskimokulturen etwa in Sibirien und im Gebiet der Beringstraße herausgebildet. Im östlichen Kanada erlebte zwishcen etwa 900 v. Chr. und 1200 n. Chr. die so genannte Dorsetkultur ihre Blüte. Das Volk der Dorset wurde von den Thule verdrängt, die zwischen 1000 und 1200 n. Chr. Grönland erreichten. Die Thulekultur besaß bereits alle spezifischen Elemente der Eskimokultur. Später wurden die Eskimo von norwegischen Siedlern und nach 1700 von dänischen Siedlern beeinflusst.

Nun noch ein kleiner Exkurs über Quebec (früher Niederkanada):

Das ist die grösste Provinz Kanadas und jene mit dem größten frankohonen Bevölkerungsanteil. Obwohl in Kanada die englsiche Sprache als auch die französische Sprache Amtssprachen sind, ist die ausschließliche Amtssprache der Provinz Québec das Französische. Québec liegt im Osten Kanades zwischen der Hudson Bay un der Grenze zu den Vereinigten Staaten von Amerika entlang des Sankt-Lorenz-Stroms.
Die Bevölkerung umfasst 7,5 Millionen Einwohner und die Hauptstadt der Provinz heißt ebenfalls Québec; die grösste Stadt heißt Montreal. Erst 2006 wurden die Quebecker offiziell als "Nation in einem vereinten Kanada" anerkannt. Zur indigenen Bevölkerung Québecs zählen die Irokesen, Algonkin (Cree, Micmac) und Inuit.

Gestern Abend haben wir dann noch Bingo gespielt und es waren wieder Erwarten sehr viele Leute da. Aber ich habe mal wieder nichts gewonnen, aber es hat trotzdem viel Spass gemacht. Danach saß ich noch mit ein paar Leuten in der Messe und später hat Phillip noch Musik gemacht und es wurde gesungen. So war es gestern doch noch ein langer Abend, dementsprechend bin ich heute etwas müde. Aber heute und morgen sind ja Seetage, da kann man etwas relaxen.

Bis bald, Yvonne

Akpatok Island, Ungava Bay / Kanada

Hallo Ihr lieben zu Hause,

ich wollte mich endlich mal wieder bei euch melden. Es ist ja schon Halbzeit, irgendwie ging die Zeit in den letzten Tagen doch sehr schnell herum. Wir haben strahlenden Sonnenschein und ich versuche jedes Mal Zodiak zu fahren, dass ich dann auch endlich mal den Führerschein machen kann. Aber das wird wohl noch diese Reise klappen, da wir noch einige Anlandungen mit den Zodiaks haben.
Ansonsten gibt es hier an Bord nicht viel Neues, es gibt einmal die Woche Crew-Bar und die letzte war ganz gut besucht, dann spielen wir ab und zu Phase 10 und am 5. soll es mal wieder einen Bingo-Abend geben, ich hoffe es kommen viele Leute, dann wird es nämlich immer sehr lustig und unterhaltsam. Heue Abend gibt es in der Panoramalounge den Film "Atarnarjuat", den ich persönlich sehr schön finde, wahrscheinlich werde ich ihn mir anschauen.

Für mich ist diese Reise eher nicht so interessant. Und ein interessantes Erlebnis haben wir auch noch verpasst, da nicht die richtige Zeit genannt wurde. Die Sonnenfinsternis, die am 01. August stattgefunden hat. Es wäre bestimmt spektakulär gewesen, es in der Arktis zu sehen, aber die Cruise Direktion nannte 9.00 und sie hatte schon um 4.00 stattgefunden, da es wohl 9.00 in Deutschland war und so standen wir 5 Stunden zu spät da und haben sie verpasst, was natürlich etwas peinlich war, da natürlich auch einige Gäste auf dem Sonnendeck standen. Und in der Nacht war auch noch strahlender Sonnenschein, nicht wie damals bei uns 1999, als wir in den bewölkten Himmel schauten. Einige von euch errinnern sich bestimmt noch dran, es war zwar trotzdem interessant, aber dieses Jahr hätte man es bestimmt viel besser gesehen.

Ich trotzdem wäre ich gerade doch lieber in der Wärme und würde gerne ein paar Städte geniessen, aber man kann ja nicht alles haben. Und wenn ich dann immer von zu Hause höre, wie heiß ihr es habt und wieviele Grillparties stattfinden, da wird man schon ganz schön neidisch, aber nächsten Sommer bin ich auf jeden Fall wieder dabei. Wahrscheinlich vermissse ich dann zu Hause das Eis, aber so ist es ja immer, das was man gerade nicht hat.......

Gestern waren wir in Iqaluit, Nunavut, das ist die grösste Stadt hier in der Gegend mit ca. 6000 Einwohnern. Aber ich habe mir die Stadt nur von weitem angesehen, das für mich die Fahrt mit dem Zodiak durch die Eisschollen interessanter war. Ich bin dann aber doch noch kurz an Land, aber der Weg in die Stadt war ziemlich lang, für die Passagiere gab es einen Pendelbus, und auch nicht wirlich einladend. Als ich ca 500 m gelaufen war, kam eine rießige Müllkippe, da bin ich dann lieber wieder umgedreht und zurück zum Schiff. Wenn ich das gewusst hätte wäre ich nur Zodiak gefahren und nicht an Land, oder gleich früher mit dem Bus in die "Stadt". Aber die Kollegen die in der Stadt waren, berichteten, dass man auch nicht wirklich was verpasst hat, eine Strasse, aber wohl 2 sehr schöne Museen. Ein weiteres interessantes Gebäude, die Kirche, die wie ein traditionelles Iglu gebaut ist, ist wohl leider vor kurzem abgebrannt und wird gerade wieder aufgebaut.

Wir fahren jetzt weiter nach Cape Dorset, einer Siedlung mit ca. 700 Einwohnern die am Südwestzipfel von Baffin Island liegt, wir werden dort morgen mittag ankommen. Aber zuerst kommen wir nicht von Bord, da ein General Alarm durchgeführt werden muss und die Behörden an Bord kommen. Ich hoffe das geht nicht so lange, da wir eh nicht so viel Zeit haben an Land zu gehen. Aber ich lasse mich mal überraschen, vielleicht fahre ich ja auch nur "Bötchen".

Das wärs mal wieder von der Bremen, viele Grüsse und bis bald, Yvonne

Donnerstag, 24. Juli 2008

Sonnenschein

Schönen guten Tag,

nachdem wir mal wieder die ganze Nacht durchs Eis gefahren sind, war es mal wieder schwierig mit schlafen, das es einen ziemlichen Lärm macht, wenn man durch die Eisschollen fährt. Aber ich genoss noch sehr lange den schönen Anblick auf der Brücke, da die Sonne in dieses Breitengraden ja nicht unter geht und wir die ganze Nacht strahlenden Sonnenschein hatten, das ist einfach unglaublich. Fast wie bei euch, nur das die Temperaturen etwas kälter sind. Heute Abend gibt es dann noch eine Party auf dem Sonnendeck, ich hoffe es wird nicht all zu kalt werden, wir haben oben leider keine Heizstrahler, aben dann muss man wohl einfach mehr trinken. Ich bin zwar etwas k.o. da gestern Crew Bar war, aber ich werde wohl trotzdem auf die Party gehen.

Mit der E-Mail Verbindung ist es zur Zeit eher schwierig, da wir nur ca. 10 min am Tag eine Verbindung mit dem Satellit haben, aber irgendwann kommen die meisten dann doch noch an, aber manche halt auch leider nicht. Also besser nochmal schreiben, falls ihr lange keine Antwort bekommt.

Hier noch ein kleiner Bericht zu den letzten Tagen:

15. Juli 2008 Björnoya ( Bäreninsel) 74'30N und 19'01'E auf halbem Weg zwischen Norwegen und Spitzbergen.
Die Sonne geht nicht unter

Sie wurde 1596 vom Holländer Willem Barents entdeckt. Barents war auf der Suche nach einer nördlichen Passage zu den Reichtümern des Fernen Ostens, der sog. "Nordost-Passage". Seit dem Spitzbergen Vertrag von 1925 wird die Insel von Norwegen verwaltet. Sie ist ca. 20 km lang und 15 km breit. Vor allem im Süden hat es sehr steile Klippen. Aber aufgrund der geografischen Lage ist die im Norden gelegene norwegische Wetterstation von großer Bedeutung, sei ist ganzjährig mit 10 Leuten besetzt und es gibt auch ein kleines Postamt. Wir hatten das Glück, dass wir diese Station besuchen konnten. Aber leider hatte es den ganzen Tag Nebel, ich hoffe das ändert sich bald.

16. Juli 2008 Hopen
Die Sonne geht nicht unter.

Die langgestreckte Insel Hopen steht unter der Verwaltung der Sysselmanns von Longyabyen, sie gehört also zum Svalbard Archipel. Sie umfasst eine Fläche von 40 qkm und hat eine Länge von ca. 35 km bei nur max. 2 km Breite. Der höchste Berg erreicht 370 m. Offiziell entdeckt wurde Hopen 1613 durch den Engländer Marmaduke, von dessen Schiff Hopewell die Insel vermutlich den Namen hat. Es gibt allerdings schon frühere holländische Erwähnungen und Karteneitragungen in diesem Bereich unter verschiedenen Namen. Die Reste holländischer Tranöfen lassen darauf schließen, dass hier in der Mitte des 17. Jhd. ein Walfangzentrum bestand. Es gab schon lange norwegische Pläne für eine Wetterstation, es war jedoch die deutsche Luftwaffe, die 1943 mit einem Sendebetrieb gegann, der bis zur Kapitulation aufrechterhalten wurde. Die Norweger übernahmen das deutsche Material und begannen ihrerseits ab Oktober 1945 Wettermeldungen zu senden. Sie bauten die Station kontinuierlich aus. Zusätzlich zum Wetterdienst erfüllt Hopen noch andere Aufgaben: für das Norsk Polarinstitut werden Eisbeobachtungen gemacht, außerdem gibt es eine Anlage für das Erdmagnetfeld im Zusammenhang mit der Nordlichtforschung. Seit 1986 hat die Station auch eine Poststelle mit eigenem Stempel.

Wir mussten an diesem Morgen sehr vorsichtig sein und durften uns nicht zu weit von der Station entfernen, das einen Tag davor ein Eisbär gesehen wurde. Für solche Angelegenheiten, haben wir auch zwei Bärenwächter dabei, die im Notfall schiessen.

17. Juli 2008 Torellneset

Gestern hatten wir noch eine Fahrt bei Torellneset/Augustabukta (Torellnase ist an der Südwestküste Nordostlands, der zweitgrössten Insel von Spitzbegen 15.000qkm, gelegen, auf dem so genannten Gustav Adolf Land. Der Namensgeber war der schwedische Glaziologe Otto Torell, der im Jahre 1858 eine Expedition nach Svalbard leitete.) und man konnte sehr gut Walrosse beobachten. Leider konnte ich nicht mit, da ich meinen obligatorischen Safetytest zu schreiben hatte. Pro Vertrag muss man immer einen Securitytest und einen Safetytest schreiben, evt. auch wiederholen, denn man muss 80 % richtig haben.

Bis bald, viele Grüsse Yvonne

Donnerstag, 10. Juli 2008

Eisbär



Wir sind noch in Spitzbergen und vorgestern haben wir diesen Eisbären gesehen, der ganz nah am Schiff auf einer Eisscholle saß. Er hat mich sehr beeindruckt und wir konnten ihn längere Zeit beobachten, bis er dann auf dem Eis weiter gelaufen ist. Es war wohl ein einmaliges Erlebnis, auch Kollegen, die schon länger zur See fahren, haben nicht oft Eisbären so nahe gesehen und er hatte auch noch ein Beute gerissen.

Ansonsten ist es hier von der Landschaft her ähnlich wie in der Antarktis, nur die Eisberge sind nicht ganz so beeintruckend. Aber langsam geniesse ich die Reise, in Tomsö kommt auch noch eine Freundin von mir an Bord, da freue ich mich schon sehr drauf. Abends mache ich gerade nicht so viel mit den anderen sondern lese eher. Ich habe schon 2 Bücher durch, ab und zu gehe ich auch abends mal ins Photolabor oder auch in den Club, aber ist mir eher gerade nach Ruhe. Ansonsten sind sehr viele Leute da, dich ich schon kenne. Mir geht es soweit ganz gut, ich schlafe viel und geniesse die Zeit, manchmal ist es aber schon auch langweilig, da die meisten doch mehr arbeiten müssen.

Gestern waren wir in Longyearbyen, das ist die größte Stadt mit 1500 Einwohnern in Spitzbergen, wir sind gegen 10.00 Uhr angekommen und ich bin dann mittags noch raus. Es gibt dort viele Geschäfte und ein sehr interessantes Museum. Nur das Wetter war leider nicht so toll, es windete sehr stark und man wurde sogar schon bei der Zodiaküberfahrt nass. Wir konnten leider nicht an die Pier, da dort schon andere Schiffe lagen.

Bis bald, Yvonne